Das grosse Kribbeln

Was Sie tun können, um Allergien vorzubeugen und um Ihren Nachwuchs in dieser Zeit bestmöglich zu unterstützen.

Life Food – Teil 5 VON 10

Die richtige Ernährung für jede Lebensphase.

Die Gene sind schuld

Wer selbst an einer Allergie leidet, möchte natürlich, dass der eigene Nachwuchs davor bewahrt wird. Die gute Nachricht vorweg: Es gibt wirksame Vorbeugungen, um das Allergierisiko zu minimieren. Ein 100%iger Schutz ist leider nicht möglich, da die genetische Veranlagung eine wesentliche Rolle spielt. Es wird dabei keine bestimmte Allergie wie z.B. Kuhmilchallergie weitergegeben, sondern die grundlegende Bereitschaft, eine Allergie zu entwickeln. Leidet bereits jemand in der Familie (Eltern oder Geschwister) an einer Allergie, ist das Risiko höher.

Allergien in der Familie

  Allergierisiko
Kein Elternteil 15%
Ein Geschwisterkind 25 - 35%
Ein Elternteil 20 - 40%
Beide Eltern 50 - 60%
Beide Eltern mit gleicher Allergie 60 - 80%

Ein Kommen und Gehen

Wenn Kinder Allergien entwickeln*, dann vorwiegend in den ersten drei Lebensjahren. Säuglinge reagieren häufig auf Kuhmilch, Ei und Soja, Kinder eher auf Nüsse und Getreide (meist Weizen). Im Gegensatz zu Allergien, die erst im Jugend- bzw. Erwachsenenalter auftreten, verschwinden diese frühen Allergien meisten vor Schulanfang wieder (80 % der Kuhmilch- und 20 % der Erdnussallergien).

* Stellen Sie bei Verdacht auf eine Allergie keine Eigendiagnose. Die Suche nach dem allergieauslösenden Lebensmittel kann schwierig sein. Lassen Sie sich von einem Facharzt beraten und einen Allergietest machen. Klassische Allergiesymptome sind Juckreiz bzw. Hautrötungen, juckende Augen / Nase oder Probleme mit dem Verdauungstrakt (Durchfall, Übelkeit, Erbrechen).

Schutz aufbauen

Eine der besten Möglichkeiten, um einer Allergie in den ersten 4 Lebensmonaten wirksam vorzubeugen, ist das ausschließliche Stillen. Der Säugling kann sich langsam an fremdes Eiweiß in der Muttermilch gewöhnen, die Abwehrkräfte werden gestärkt und die Darmbarriere aufgebaut. So können Allergene weniger leicht eindringen.

Info

Unser Körper verändert sich im Laufe des Lebens. In jedem Lebensabschnitt haben wir andere Ernährungsbedürfnisse. In unserer neuen 10-teiligen Serie „Life Food“ zeigen wir, wie man sich in jeder Lebenslage und jedem Alter richtig ernährt, um Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Vitalität zu erhalten bzw. zu steigern.

Wenn Sie Ihr Baby nicht stillen können oder wollen, ist hypoallergene** Milchfertignahrung das Beste für Ihren Nachwuchs, wenn genetisch bedingt Allergiegefährdung besteht. Ein ausgewogener und nährstoffreicher Speiseplan in der Schwangerschaft und Stillzeit hat einen schützenden Effekt auf das Kind, insbesondere der Konsum von Fisch – aufgrund Omega-3-Fettsäuren.

Gemeinsam schaffen wir das

Eine Allergie ist für Kinder meist mühsam – besonders wenn sie noch nicht verstehen, warum sie gewisse Nahrungsmittel nicht essen dürfen, die Freunde aber schon. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es mit dem Problem nicht allein ist. Bereiten Sie die gewohnten Speisen mit alternativen Lebensmitteln zu. So kann Kuhmilch durch pflanzliche Alternativen wie z.B. Haferdrink und Weizen durch Dinkel ersetzt werden. Ältere Kinder können beim Einkauf und beim Kochen mithelfen, sie bekommen so ein Verständnis dafür, worauf sie achten müssen.

Nur kein Stress

Bei Kinderfesten gibt es selten auch etwas für Kinder mit Allergien bzw. Unverträglichkeiten. Geben Sie Ihrem Sprössling bei Bedarf etwas mit, z.B. unsere Muffins. Sie sind nicht nur schnell zubereitet, sondern passen auch in jeden Kinderrucksack. Das Leben mit einer Allergie zu meistern ist für alle Beteiligten nicht einfach, aber möglich. Lassen Sie sich nur nicht unterkriegen. In vielen Fällen wächst sich die Allergie mit dem Älterwerden aus oder die Symptome werden schwächer. Mit den oben genannten Maßnahmen schaffen Sie die besten Voraussetzungen für einen guten Start ins Leben.

** Hypoallergen bedeutet: wenig allergieauslösend.

Text & Rezepte: Tina Ganser, MSc. selbstständige Ernährungswissenschaftlerin
www.tinaganser.at

In der nächsten Ausgabe:

Teil 6: Teenager

Schokoladen-Brownies
mit Himbeeren

1 Brownie-Form (ca. 2ß x 30 cm)

3 Eier
200 g Zucker
2 Pkg. Vanillezucker
200 g Zartbitter-Kuvertüre
80 ml Reisdrink
80 g Rapsöl + etwas mehr für die Form
300 g Buchweizenmehl
1 TL Backpulver
250 g Himbeeren, frisch

1. Backofen auf 180 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.

2. Eier mit beiden Zuckersorten ca. 5 Min. cremig rühren. Die Zartbitter-Kuvertüre über Wasserdampf schmelzen, etwas abkühlen und langsam unter die Ei-Zucker-Mischung rühren. Reisdrink und Öl ebenfalls langsam dazugießen und gut verrühren.

3. Buchweizenmehl und Backpulver verrühren und unter die Schokomasse heben. Die Hälfte der Himbeeren hinzugeben.

4. Ein Backblech einölen und mit Backpapier belegen, den Brownie-Teig eingießen und gleichmäßig verstreichen. Die restlichen Himbeeren darauf verteilen und etwas in den Teig drücken. Im Backofen für 25 – 35 Min. backen. Backen Sie den Teig nicht zu lange, er soll noch saftig sein.

5. Auskühlen lassen und in Stücke schneiden.

60min
Hobbykoch

Info

Ohne Kuhmilch, Nüsse, Soja & Weizenmehl

Ananas-Kokos-Muffins
mit roter Zuckerglasur

15 Stück

Für den Teig:
250 g Weizenmehl (bei einer Weizenallergie verwenden Sie Roggenmehl)
90 g Zucker
60 g Kokosflocken
20 g Backpulver
130 g Ananas aus dem Glas (gewürfelt, ohne Zuckerzusatz)
2 EL Apfelmus
100 ml Sonnenblumenöl
100 ml Mineralwasser
Für die Glasur:
250 g Staubzucker
4 1/2 EL Rote-Rüben-Saft

1. Backofen auf 180 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.

2. Mehl, Zucker, Kokosflocken und Backpulver verrühren. Ananas abseihen, vom Saft 50 ml auffangen und diesen mit Apfelmus, Öl und Mineralwasser verrühren.

3. Nun die trockenen Zutaten mit den feuchten verrühren und die abgeseihten Ananasstücke hinzugeben.

4. Die Muffinförmchen ⅔-hoch mit dem Teig befüllen und rund 15 Min. im Backofen goldbraun backen. Kurz abkühlen lassen, aus der Form nehmen und vollständig auskühlen lassen.

5. Für die Glasur Staubzucker in eine Schüssel sieben und gut mit dem Rote-Rüben- Saft verrühren. Die Muffins mit der Glasur bestreichen und rund 1 Stunde trocknen lassen.

45min
Hobbykoch

Tipp:

Bei einer Weizenallergie verwenden Sie Roggenmehl.

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Ohne Eier, Kuhmilch, Nüsse & Soja

Schinken-Käse-Muffins
mit Mais

12 Stück

60 g Lauch
100 ml Sonnenblumenöl
100 g Schinken
70 g Mais aus der Dose
2 EL Petersilie, gehackt
100 g Weizenmehl
100 g Weizenvollkornmehl
30 g Haferflocken
15 g Backpulver
100 g Käse, gerieben
Salz, Pfeffer
100 ml Mineralwasser
3 EL Sauerrahm
1 EL Apfelmus
Für das Topping:
2 Alnatura Dinkelwaffeln
2 EL Olivenöl

1. Backofen auf 180 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.

2. Lauch halbieren und in feine Streifen schneiden. In einem Topf in etwas Öl glasig dünsten. Schinken in Würfel schneiden und gemeinsam mit abgetropften Mais und Petersilie zum Lauch geben. 1 Min. unter Rühren braten und von der Flamme ziehen.

3. Beide Sorten Mehl sowie Haferflocken mit Backpulver und geriebenem Käse verrühren, salzen und pfeffern.

4. 100 ml Öl mit Mineralwasser, Sauerrahm und Apfelmus vermengen, mit allen restlichen Zutaten zu einem Teig rühren. In die vorbereiteten Muffinförmchen füllen.

5. Dinkelwaffeln in kleine Stücke zerbröseln und mit Olivenöl gut vermischen. Auf den Muffins verteilen und etwas in den Teig drücken.

6. Im Ofen für rund 20 Min. backen und anschließend auskühlen lassen.

40min
Hobbykoch

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Ohne Eier, Nüsse & Soja

Dinkelflocken-Cookies
mit Feigen & Macadamia-Nüssen

16 Cookies

130 g pflanzliche Margarine, flüssig
100 g brauner Zucker + 1 TL zur Deko
1 Pkg. Vanillezucker
1 TL Zimt
1 großes Ei
50 g Weizenvollkornmehl
50 g Weizenmehl
1/2 TL Backpulver
170 g Dinkelflocken
50 g getrocknete Feigen (oder Datteln, Marillen, Pflaumen, Rosinen)
30 g Macadamia-Nüsse
Für das Topping:
15 g Macadamia-Nüsse, fein gehackt
1 TL Zucker

1. Backofen auf 180 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.

2. Für den Teig Margarine mit Zucker, Vanillezucker und Zimt in einer Schüssel cremig rühren, anschließend das Ei hinzugeben und für 2 Min. schaumig schlagen. Beide Mehlsorten mit Backpulver und Dinkelflocken verrühren. Feigen klein schneiden (in etwa in der Größe von Rosinen) und 30 g Nüsse grob hacken. Feigen und gehackte Nüsse in die Mehlmischung rühren, anschließend unter die Eimasse heben und gut verrühren. Teig für 10 Min. stehen lassen.

3. Hände anfeuchten, aus dem Teig kleine Kugeln formen (in etwa so groß wie ein Golfball), auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben und ein wenig flach drücken. Mit fein gehackten Nüssen und Zucker bestreuen.

4. Ca. 13 Min. backen. Backpapier mit Cookies vom Backblech ziehen und vollständig auskühlen lassen.

40min
Hobbykoch

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Ohne Kuhmilch & Soja