Im Land der lyrischen Namen

Seit 40 Jahren beschäftigt sich Familie Hoffelner mit Erdbeeren.

Seit 40 Jahren beschäftigen sich die Hoffelners auf ihrem Hof in Kremsmünster schon mit Erdbeeren. Die haben nicht nur interessante Bezeichnungen, sondern auch markante Unterschiede bei der Zucht, im Aussehen und im Geschmack.

Andreas und sein Vater Wilhelm Hoffelner sind weithin bekannt als die Herren über zehn Länder. Stehen sie im Juni vor ihrem stattlichen Vierkanthof in Kremsmünster, gehen sie im Kopf die Namen derer durch, die sie bevölkern: Im Moment ist das Alba, ein wenig später kommt Fleurette dazu, und knapp vor dem Herbst wird auch Sibilla wieder hier sein. Ungewöhnliche Namen für die Population in der Kremsmünsterer Au? Gar nicht, denn die zehn Länder der Hoffelners sind Erdbeerländer. Und nicht alle Sorten dieser Frucht wachsen zur selben Zeit und unter gleichen Voraussetzungen. Das wissen die Hoffelners, weil sie sich seit vierzig Jahren intensiv mit rund fünfzig Sorten Erdbeeren beschäftigen, die entweder exotische Frauennamen tragen oder lyrisch anmutende wie Malling Centenary und Snow White.

Obstgärten und Beerenbeete

Wilhelm Hoffelner war es, der den oberösterreichischen Vierkanter ab den 1980er-Jahren von einer gemischten Landwirtschaft mit Schweinezucht zu einem gigantischen Obstgarten umgestaltete. Heute kümmern sich Wilhelm und Andreas gemeinsam mit einem kleinen Stammteam um ihre Erdbeerbeete, Kirschbäume und Himbeerstauden. Wilhelm ist in den 1990ern überdies in den Pflanzenhandel eingestiegen. Viele österreichische Bauern greifen seither auf das Wissen und das breite Angebot der Hoffelners zurück, wenn sie Beerenobst aus ganz Europa beziehen wollen. Andreas ist dann derjenige, der die Kunden bei der Sortenwahl berät. Er hat das entsprechende Fachwissen nicht zuletzt deshalb, weil der Hof auch ein großes Freiluftlabor ist. Immer wieder bekommt er von Kollegen oder Bekannten neue Sorten Erdbeeren, die er auf deren Kultiviertauglichkeit, Reifezeit und Geschmack untersucht. Doch im Moment bleibt nicht allzu viel Zeit, um sich solchen Feldexperimenten zu widmen.

Nur händisch gepflückt

Es ist Juni und gerade hat die Erntezeit für Erdbeeren begonnen. Dann sind die Hoffelners zusammen mit zwanzig bis dreißig Helfern fast nur draußen auf den Feldern. Zucht und Ernte von Erdbeeren sind mehr Arbeit, als man sich das vielleicht landläufig vorstellt. Immer im Frühjahr muss die Saat für jene Pflanzen ausgebracht werden, die dann im Folgejahr geerntet werden können. Und so wie die Familien, die sich in einem der zehn Erdbeerländer mit den süßen Früchten eindecken, pflücken auch die Hoffelners ausschließlich händisch. Damit man ganzjährig herrliche Hoffelner Erdbeeren genießen kann, gibt es sie in den MERKUR-Märkten gefriergetrocknet. 

„Dafür eignen sich die Sorten Elsanta und Symphonie am besten“, erklärt Andreas Hoffelner. „Die werden mitten in der Saison reif und verfügen beide über einen sehr intensiven Geschmack.“ Rund eine Woche dauert es, bis die frisch gepflückten Erdbeeren in gefriergetrocknetem Zustand in den Märkten ankommen. Das Pflücken und Waschen samt Stielansatz - andernfalls läuft der Saft aus – geht eigentlich ruckzuck. Danach sollten die Früchte allerdings ganz schonend mehrere Tage im Gefriertrockner verbleiben, damit sie das volle Aroma behalten. Dafür werden sie in einer Vakuumkammer bei konstant minus 32 °C getrocknet und danach in Gläser abgefüllt. In diesem Zustand wiegen sie nur mehr 10 bis 15 Prozent von ihrem ursprünglichen Gewicht, Einbußen beim Geschmack gibt es nicht. Elsanta gilt dafür als die Standardfrucht in Mitteleuropa, sie bildet große, kegelförmige, leuchtend rote Beeren aus. Die Sorte Symphonie wird rund eine Woche später reif und besitzt sehr feste, hellrote Früchte.

Alles für den guten Geschmack

Beim Pflücken findet Andreas Hoffelner dann doch kurz Zeit, aus dem Nähkästchen – sprich: seinem lebendigen Labor – zu plaudern: „Wir haben viel ausprobiert und sind immer wieder überrascht. Es gibt Pflanzen, die sehen am Anfang recht mickrig aus. Manche davon entwickeln sich aber im Folgejahr prächtig. Man muss Erdbeeren halt manchmal auch ein wenig Zeit geben.“ Von den 50 Sorten, mit denen Hoffelner schon zu tun hatte, eignen sich letztlich nur rund 20 für den unkomplizierten Anbau in Österreich. Gibt es auch Sorten, die er gar nicht in sein Labor und folglich in seine Beete ließe? „Solche, die nur für die lange Haltbarkeit gezüchtet und in Massen verkauft werden.“

Genusstipp

Andreas Hoffelner genießt seine Erdbeeren am liebsten als Salat. Er kombiniert sie frisch oder gefriergetrocknet mit gekochtem Spargel, Rucola und gehobeltem Parmesan. Darüber machen sich ein erstklassiger dickflüssiger Balsamico und etwas Basilikum sehr gut.

Info

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