Gute Laune, selbst gebacken

In der Mühlviertler Traditionsbäckerei Bräuer werden seit etwas mehr als 20 Jahren „Kekse mit Sinn“ hergestellt.

In der Mühlviertler Traditionsbäckerei Bräuer werden seit etwas mehr als 20 Jahren „Kekse mit Sinn“ hergestellt. Die Idee dazu hatte die ausgebildete Kindergärtnerin Brigitta Bräuer, die es sinnvoll findet, wenn auch für Naschereien hochwertige Rohstoffe verwendet werden.

„Nervenkeks?“ Als Martin Bräuer diesen Namen hörte, sagte er seiner Frau, er würde nie solche Kekse backen. Warum sollte er auch, hat doch der Bäcker aus der Mühlviertler Marktgemeinde Reichenthal erst kurz zuvor den 1923 gegründeten Familienbetrieb übernommen und mit einem anderen Produkt erfolgreich fortgeführt: Bräuers Steinofenbrot mit dem großen „B“ auf der Kruste brachte es innerhalb kurzer Zeit in der gesamten Region zu hervorragendem Ruf. Doch Brigitta Bräuer ließ nicht locker mit ihrer Idee zu den Nervenkeksen nach einer Rezeptur der Benediktinerin Hildegard von Bingen. „Dann nennen wir sie halt Gute-Laune-Kekse“, sagte sie – und schon war Martin Bräuer einverstanden. 1996 begannen die beiden mit der Herstellung einer Süßigkeit, die heute als „Kekse mit Sinn“ im ganzen Land bekannt ist.

Experiment eines B(r)otschafters

Die Bäckerei Bräuer ist ein experimentierfreudiger Betrieb. Martin steht seit 1991 in der Backstube und kreiert dort Produkte wie sein „schwarzes Weißbrot“ – ein mit Sepiapaste gefärbter Wecken, in dem knallrote Cranberrys leuchten. Auch versteht sich der Mühlviertler selbst als eine Art „Brotschafter“: Schon lange predigt er, wie wichtig die Verwendung von regionalen Zutaten ist, und er setzt sich dafür ein, dass hochwertigen Lebensmitteln die entsprechende Bedeutung beigemessen wird. Also erscheint es nur konsequent, dass die Bräuers auch bei der Herstellung ihrer Süßigkeiten auf die Qualität der Rohstoffe achten. Alle Kekssorten bis auf eine sind aus biologischem Dinkel-Vollkornmehl, das in der hauseigenen Mühle gemahlen wird. „Bei unserer allerersten Sorte, den Gute- Laune-Keksen, haben wir nach dem Rezept von Hildegard von Bingen gebacken, aber den Geschmack ein wenig variiert. Zimt, Muskat und Nelken sind zwar noch immer ausreichend drin, aber das Original schmeckte einfach zu stark danach“, erzählt Brigitta Bräuer.

Produktnamen mit Workout-Programm

Heute stellen die Bräuers je nach Saison viele unterschiedliche Varianten ihrer „Kekse mit Sinn“ her. Und die Namen wie „Schlauer Fuchs“, „Schöne Stunden“ oder „Starker Bär“ haben tatsächlich einen Sinn: Letztere Sorte ist neben Dinkel auch reich an Hafer, der viel Energie liefert, also stark machen soll. Frisch hergestellt werden die Kekse immer je nach Bedarf, unmittelbar nach dem Brotbacken. „Jetzt im Herbst haben unsere Maroni-Kekse, die wir als ‚Schöne Stunden‘ vermarkten, wieder Saison“, meint Brigitta Bräuer. Edelkastanien in Keksen zu verwenden, macht durchaus Sinn, sind doch die Maronen überaus reich an Mineralstoffen und Vitaminen. Besonders die Kombination von B-Vitaminen und Phosphor halten körperlich und geistig fit. „Wir sind aber so ehrlich zu sagen, dass Kekse letztendlich eine Nascherei bleiben.

Nur: Wenn Kinder schon etwas naschen, sollen wenigstens hochwertige Rohstoffe drin sein“, ist die ausgebildete Kindergärtnerin überzeugt. Die Kekse enthalten alle das volle Korn samt Keimling, das verwendete Getreide stammt zu 100 % aus Österreich, der Großteil davon aus dem Mühlviertel.

Probieren und Spazieren

„Es ist uns ein Anliegen, mit landwirtschaftlichen Betrieben aus der näheren Umgebung zusammenzuarbeiten“, sagt Brigitta Bräuer. Das sei auch spannend, weil gerade in letzter Zeit im Mühlviertel der Wille zum Ausprobieren zu bemerken ist. „Es wird wieder viel Mohn angebaut bei uns, darunter auch weiße und rote Sorten“, sagt sie. Ob der demnächst auch in die Kekse kommt, wird Brigitta bestimmt wieder mit ihrem Mann Martin besprechen. Vermutlich auf einem der ausgedehnten Spaziergänge, die sie oft gemeinsam in den sanften Hügeln rund um Reichenthal unternehmen. „Dort habe ich meinen Mann vor 20 Jahren schließlich davon überzeugt, dass die Sache mit den Keksen doch eine gute Idee ist.“

Info

Mehr über unseren regionalen Lieferanten erfahren Sie hier: www.merkurmarkt.at/bauernmarkt

Genusstipp:

„Schlauer Fuchs“-Kuchen:
Zutaten: 920 ml Milch, 70 g Zucker, 2 Pkg. Vanillepudding, 250 ml Schlagobers, 1 Blatt Gelatine, 2 Pkg. „Schlauer Fuchs“-Kekse 800 ml Milch mit Zucker erhitzen, Puddingpulver mit restlicher Milch glatt abrühren, in die kochende Milch einrühren. Kühl stellen. Kalten Pudding mit Mixstab fein mixen. Gelatine in Wasser einweichen, abtropfen lassen, am Herd erwärmen und mit 5 EL Pudding verrühren. Dann rasch unter den restlichen Pudding mixen. Zuletzt geschlagenes Obers unterheben. Form abwechselnd mit zwei Schichten Keksen und Pudding belegen bzw. bestreichen. Zum Abschluss mit Kakao und übrigen Keksen dekorieren und einige Stunden kalt stellen – fertig!