Das grüne Gold zum Zuprosten

Es begann vor etlichen Jahren mit einem Familienrezept für Eierlikör. Seitdem räumt Ferdinand Zweiger mit besonderen Likör-Sorten bei internationalen Wettbewerben Preise ab.

Auf dem weststeirischen Gut Zweiger entdeckte Ferdinand Zweiger ein 20 Jahre altes Rezept seiner Eltern für Eierlikör. Seither räumt er mit besonderen Sorten wie KÜRBISKERNLIKÖR auf internationalen Wettbewerben reihenweise Preise ab.

Die Traubenernte am Weingut Zweiger im weststeirischen Mooskirchen ist noch voll im Gange, als Ferdinand Zweiger einen ruhigen Moment findet, um sich zurückzuerinnern: „Unsere Eltern waren wie so viele hier im Bezirk Voitsberg Obstbauern, hatten immer auch Trauben. Die aktuelle Generation hat sich dann dazu entschlossen, den Betrieb sukzessive auf ein Weingut und eine Destillerie umzustellen.“

Drei Experten unter einem Dach

Heute leiten Ferdinand und seine Frau Beate zusammen mit Ferdinands Cousin Ernst Zweiger als Dreier-Team den Betrieb. Da Ernst die Höhere Bundeslehranstalt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg, die internationale Kosterprüfung und die Ausbildung zum Diplom-Sommelier absolviert hat, kümmert er sich vorwiegend um den Weinbau. Als Absolvent der Obstbaufachschule Wetzawinkel und durch seine Ausbildung zum Edelbrandsommelier hat sich Ferdinand nunmehr ganz der Herstellung hervorragender Edelbrände und Liköre verschrieben. Beate Zweiger führt die gut gehende Buschenschank und leitet die finanziellen Geschicke des Hauses. „Die Ausdifferenzierung begann damit, dass ich vor gut 7 Jahren in einem 20 Jahre alten Kochbuch der Eltern auf ein Rezept für Eierlikör stieß. Also probierte ich es einfach mal aus“, erzählt Ferdinand. Heute stellen die Zweigers 20 verschiedene Creme- und drei Fruchtliköre her, in guten Jahren bis zu 10.000 Liter. Viele davon wurden in den vergangenen Jahren mit Auszeichnungen überhäuft, so konnten der Steirische Eierlikör und der Kürbiskernlikör beim World-Spirits Award 2017 jeweils gleich zwei Goldmedaillen erringen.

Goldgriff beim Eigelb

Kürbiskernlikör? „Ja, als wir damals mit der Produktion begannen, konnte sich auch niemand so recht etwas darunter vorstellen. Heute wird das Rezept vielfach kopiert“, schmunzelt Ferdinand Zweiger. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um dieselbe Rezeptur wie bei Eierlikör, nur dass dem Likör mit lediglich 16 Prozent Alkoholgehalt auch feinstes steirisches Kürbiskernöl beigemengt wird. Die Herstellung dauere nicht lange, meint er: Eigelb, Zucker, Milch, Obers und Kernöl kommen für drei Stunden in eine große Rührmaschine. So erhält man in einem Arbeitsgang bis zu 200 Liter, die dann sofort in Halbliterflaschen abgefüllt werden. Auch wenn das Rühren schnell erledigt ist, sind die damit verbundenen Arbeitsschritte äußerst aufwendig. 

So mussten die Zweigers ihre Rührmaschine für die Liköre selbst konstruieren, weil es auf dem Markt kein Modell gibt, das ihren Ansprüchen genügt. Und drei Stunden an der Rührmaschine können lange erscheinen, wenn der Prozess permanent überwacht werden muss: Zwei Mitarbeiter stehen ständig an der Maschine und bestimmen Reihenfolge und Menge der Zutaten. Was zu welchem Zeitpunkt verarbeitet wird, ist das gut gehütete Geheimnis der Zweigers – diese Abfolge ist das eigentliche Rezept und bestimmt über den Geschmack der Liköre. Die hohe geschmackliche Qualität, die von Ferdinands Frau Beate kontrolliert wird – „sie hat von uns allen den besten Likör-Gaumen“ –, lasse sich ausschließlich durch die verwendeten Zutaten erklären, meint er. Bestes steirisches Kürbiskernöl sei mittlerweile ganzjährig in der Region verfügbar, aber bei der Bezugsquelle der Eier ist Ferdinand Zweiger besonders penibel: „Wir beziehen die Eier ausschließlich von einem Bauernhof ganz in der Nähe. Aber einmal im Jahr wird der Hühnerstall komplett ausgeräumt, damit die Hygiene stimmt. Dann haben wir für ein paar Wochen keine Eier und können auch keine Cremeliköre herstellen“, erzählt er. Diese Produktionspause nimmt er ganz bewusst in Kauf, damit die geschmackliche Qualität gleichbleibend hoch ist.

Ob dann vielleicht ein wenig Zeit bleibt für Hobbys? „Mein Hobby ist derzeit die Bierbrauerei“, sagt Ferdinand Zweiger und meint damit das malzige Hausbier, das er seit sieben Jahren höchst professionell herstellt und das als Nebenprodukt seiner prämierten Whiskeys entstand. „Wir haben einfach die Brauanlage meines Onkels nachgebaut – die funktioniert bestens!“ Noch wird Ferdinand Zweigers Bier nur fassweise auf Festen in der Region genossen – aber gar nicht auszudenken, was passiert, wenn es so wie die Weine, Edelbrände und Liköre erst einmal auf internationalen Wettbewerben landet ...

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