Regionalität: Natürliches Popcorn

Auf ausgewählten Flächen im Innviertel baut Anton Andeßner seinen speziellen Popcornmais an.

Großes Kino am Bauernhof

Anton Andeßner hat es sich in den Kopf gesetzt, im Innviertel feinstes Popcorn herzustellen. Das ist gar nicht so einfach, weil der Mais dafür normalerweise nur in sehr warmen Weltgegenden wächst.

Familie Andeßner führt seit 2013 den Kettlhof, eine traditionsreiche Landwirtschaft in Tumeltsham bei Ried im Innkreis. Auf dem Bauernhof bildet ein regionstypischer Mix aus Grünland und Ackerbau die Basis für die Produktion von hochwertigen Lebensmitteln. Neben der spezialisierten Kälberaufzucht ist der Ackerbau mit den Feldfrüchten Raps, Wintergerste, Weizen und Mais die Grundlage der gesamten Produktion des Hofes. Im Jahr 2010 war der Landwirt im Burgenland unterwegs und nahm von dort eine neue Maissorte mit. Er wollte ausprobieren, ob sich dieses Saatgut zur Herstellung von Popcorn eignet. „Die ersten Versuche gingen allerdings gründlich schief“, sagt er heute. Popcornmais hat deutlich kleinere Körner als Futtermais und einen Wasserpunkt eingeschlossen – nur aus diesem kann sich Wasserdampf bilden, der das Korn zum Aufplatzen bringt. Doch diese Sorten gedeihen eigentlich nur in wärmeren Klimaregionen. Die große Herausforderung bestand demnach darin, einen Popcornmais zu finden, der sich im gemäßigten Klima Oberösterreichs anbauen lässt.

Schonender Umgang

Die Aussaat der geeigneten Sorte geschieht im April, die Ernte findet dann im Oktober statt. Gut 2 Hektar Anbaufläche reserviert Andeßner mittlerweile für das poppende Korn. Der Familienbetrieb sichert sich mit dieser Fläche zum einen gegen Wetterkapriolen ab und zudem ist bei Popcornmais der Ertrag deutlich geringer als bei Futtermais. Nach der Ernte enthält der Mais für das Popcorn noch zwischen 30 und 35 Prozent Feuchtigkeit und muss schonend luftgetrocknet werden, der Prozess dauert zwischen drei und fünf Tage.

 

Natürliche Produktion - Kunststoffarme Verpackung

Bei der Herstellung kommen lediglich Fett, Salz und der Mais in die Popcorn- Maschine. Dann wird für drei bis vier Minuten auf 180 bis 190 Grad Celsius erhitzt. Nicht aufgepoppte Körner finden sich selten in den Packungen, die Familie Andeßner unter dem Namen Country Pops vertreibt. „Wir haben viel dazugelernt. Mittlerweile werden 90 bis 95 Prozent der Körner zu Popcorn, der Rest wird durch ein spezielles Sieb aussortiert“, erklärt der Landwirt.

Der Name Country Pops wurde natürlich nicht zufällig gewählt: Fast die gesamte Produktionskette bleibt innerhalb des bäuerlichen Betriebs, der Mais ist selbstverständlich gentechnik- und glutenfrei, das fertige Popcorn kommt ohne Konservierungs- stoffe oder Geschmacksverstärker aus. Das Verpackungsmaterial, ein foliertes Papiersackerl, verursacht zudem kaum Umweltbelastungen.

Kurze Wege - Geringe CO2-Belastung

Mit dem Anbau von Popcornmais zählt der Innviertler Hof zu den Betrieben, die durch Innovation versuchen, neue Wege zu gehen und sich weiterzuentwickeln. Durch regionale Produktion des exotischen Maises tragen die Produzenten zur Verringerung der CO2-Belastung bei. „In der Regel wird der Mais aus Südeuropa und den USA importiert. Welch schlechten ökologischen Fußabdruck der Transport verursacht, muss ich nicht extra betonen“, sagt der Innviertler Landwirt. Zum Ausgleich ist er musikalisch aktiv – nämlich in der Musikkapelle Tumeltsham, wo Andeßner zum Hornregister der altehrwürdigen Truppe zählt. Auch wer daheim großes Kino hat, genießt zwischendurch gern ein Konzert.

Info

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