Regionalität: Lammfromm im Geschmack

Seit etwas mehr als zehn Jahren hält die Familie Jeitler in der Oststeiermark Krainer Steinschafe. Das Bio-Fleisch dieser Tiere ist von sensationeller Qualität.

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Das Krainer Steinschaf stammt ursprünglich aus dem Grenzgebiet zwischen Österreich, Slowenien und Italien, doch auch in der Oststeiermark fühlen sich die Tiere heute sichtlich wohl. Schließlich bekommen sie bei Herbert Jeitler nur saftiges Gras oder Heu zu futtern, und die gesamte Familie inklusive des Border Collies „Hex“ kümmert sich aufopfernd um die Herde.

Gut Ding braucht, wie man weiß, Weile. Hin und wieder bedarf es einiger Versuche, bis man den richtigen Partner fürs Leben findet – das gilt auch für Haustiere. Zumindest war es bei Familie Jeitler in Unterrohr bei Hartberg in der Oststeiermark so. Die Jeitlers sind typische Quereinsteiger in Sachen Landwirtschaft, die hier ihren Traum von einem weitgehend selbstbestimmten und nachhaltigen Leben verwirklichen wollten, und dazu bedurfte es eines tierischen Partners. Im Jahr 2005 wurden sie schließlich auf das Krainer Steinschaf aufmerksam: ein Tier, das ursprünglich im heutigen Grenzgebiet zwischen Österreich, Slowenien und Italien beheimatet war und früher als typische Zweinutzungsrasse, neben der Fleischgewinnung zur Milchproduktion, gezüchtet wurde. Heute halten die Jeitlers insgesamt 350 Schafe, 120 davon sind Muttertiere.

Feinstes Futter

Wenn Herbert Jeitler über das Krainer Steinschaf spricht, kommt er aus dem Schwärmen gar nicht heraus: „Es ist ein wunderschönes, sehr robustes Tier – eine alte Rasse eben. Es hat ausgezeichnete Muttereigenschaften, die Geburten sind einfach und die Fleischqualität ist sensationell.“ Tatsächlich ist das feinfaserige, fettarme Fleisch von besonderer Qualität und besitzt ein äußerst dezentes, feinwürziges Aroma. Durch hochwertiges Futter – nur Gras und Heu – und die weitgehende Haltung der Tiere in der freien Natur enthält es einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. „Die Schafe sind von Ende März bis Ende November auf der Weide, und selbst im Winter können sie sich im Auslauf die Beine vertreten“, sagt Jeitler. Und feines Futter sei beim Krainer Steinschaf schlicht eine Notwendigkeit: „Bei der Fütterung machen wir keine Kompromisse. Unsere Schafe bekommen nur bestes Grundfutter, d.h. saftiges Weidegras, Heu und Gärheu. Kraftfutter, sprich Getreide, verfüttern wir nicht. Wir empfinden es als Verschwendung, Getreide an Wiederkäuer zu verfüttern. Getreide kann der Mensch auch essen – Wiese nicht!“

 

Harter Winter

Bis die Schafe wieder permanent auf die Weide dürfen, gibt es bei den Jeitlers allerdings viel zu tun: Den gesamten Winter hindurch bekommen die Schafe dreimal täglich Futter, im Februar oder März sind die Muttertiere bereit für die Ablammung. Danach müssen die Jungtiere markiert werden, und zweimal im Jahr werden alle Schafe geschoren. Sind die Tiere erst einmal wieder draußen, geht es beschaulicher zu auf dem Hof. Dann übernehmen auch die Border Collies das Zusammenhalten der Herde. Einige der Weiden sind so groß, dass die Schafe dort 14 Tage grasen können, bevor sie weitergetrieben werden. So alt das Krainer Steinschaf auch ist, so ambitioniert war die Idee einer Gruppe von Schafbauern, es nach streng am Schaf orientierten Produktionsrichtlinien zu züchten und zu vermarkten – seit einigen Jahren exklusiv über Ja! Natürlich.

Langsam wachsen

„Unsere besondere Art der Schafhaltung bringt es mit sich, dass die Tiere langsamer wachsen und daher etwas älter werden, bis sie geschlachtet werden. Mit dem Krainer Steinschaf kann man sich das aber auch leisten, denn das Fleisch entwickelt keinen unangenehmen, intensiven Geschmack, sondern ganz im Gegenteil ein dezentes Aroma. Und es bleibt darüber hinaus wunderbar zart!“, erklärt Herbert Jeitler. Ein wichtiger Faktor für die hohe Qualität ist auch, dass die Schlachtung so wenig Stress wie möglich verursacht. „Wir bringen die Tiere zu einem kleinen Schlachthof in Weiz“, betont er. Und was macht Herbert Jeitler, wenn er sich gerade nicht um die Schafe kümmern muss? „Urlaub in der Steiermark. Ich komme aus Niederösterreich und habe eingeheiratet. Ich finde es wunderschön hier, jeder Sommer ist anders.“ Auch wenn die beiden Söhne der Jeitlers, die noch in die Schule gehen, immer wieder im Betrieb aushelfen – für echte Hobbys bleibt Herbert Jeitler keine Zeit: „Bis zum vergangenen Jahr hatte ich noch einen Nebenjob, aber seit heuer kümmere ich mich ausschließlich um diese herrlichen Tiere!“

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