Regionalität

Ab ins Glas. Die ganze Steiermark im Glas, zum Auslöffeln und Genießen: Das gelingt Markus CHRISTÖPHL mit seiner Manufaktur. Das Besondere daran: Regionale Spezialitäten von kleinen Betrieben werden zu Gerichten, die wie selbstgemacht schmecken.

Wie das Leben so spielt: Es war Zufall, dass Markus Christöphl beim Bauern­laden Meislmichl in Graz vorbeimarschierte und als Folge fast täglich bei diesem Bio-­Greißler einkaufte. Als Student hat man ja so gut wie immer Hunger. Markus Christöphl, angehen­der Betriebswirtschaftler, war hungrig, auch nach neuen Ideen. Der Greißler Erich Falschegger, ein Kopf der Slow­-Food­-Bewegung, stellte sich als inspi­rierendes Gegenüber heraus, um sich über gutes Essen zu unterhalten: was es ausmacht, warum gute Qualität um so vieles besser schmeckt. Und was im Trend liegt: Gerichte im Glas, für alle, die nicht lange in der Küche stehen wollen, Spezialitäten aus der Region, feine Kost ohne Geschmacksverstärker. Erich Falschegger hatte viel dazu zu sagen. Seine selbstgemachten Sughi im Glas waren ein erster Vorgeschmack auf das, was kommen sollte.

FEINSCHMECKER AUF ENTDECKUNGSTOUR

Drei Monate nachdem Markus Christöphl sein Betriebswirtschafts­ Studium abgeschlossen hatte, war es so weit: Die beiden Feinschmecker machten sich auf den Weg. Zu Bauern und kleinen Betrieben in der Steier­mark, die etwas Besonderes zu bieten hatten. „Wertvolle Schätze“ nennt es Christöphl. Wie das Pöllauer Weiderind von Robert Buchberger, einem Flei­scher aus Leidenschaft, oder die Weizer Berglämmer und Schafe, die in kleinen Herden gehalten werden und würzige Gräser und Kräuter verspeisen. So ist das zum Beispiel bei der Schafbäuerin Karina Neuhold. „Wir waren einige Tage in der Steiermark unterwegs, haben uns die Betriebe angeschaut und mit den Bauern gesprochen“, so Mar­kus Christöphl über die Anfänge. Und die waren nicht immer leicht. Bis spät in die Nacht aufbleiben, an den Rezep­ten tüfteln, Gerichte in Gläser füllen, etikettieren, Nerven bewahren, an die Idee glauben – harte Aufbauarbeit der „frisch g’fangten“ Geschäftsleute. Gute fünf Jahre später: „Jetzt ist es so, dass wir jedem die Arbeit gegeben haben, die er gut kann.“ Für den guten Ge­schmack stehen Markus Eder, früher Haubenkoch im Steirereck am Pog­usch, und die Köchin Gertraud Bauer gerade. Für das Etikettieren, Verpacken und Versenden wurde die Lebenshilfe Hartberg ins Boot geholt. Platz für soziale Verantwortung zu schaffen,
ist dem jungen Firmenchef ebenfalls ein Anliegen. „Die Arbeit macht den Menschen Spaß und bringt auch eine Abwechslung“, so Christöphl.

GERICHTE ZUM ENTSCHLEUNIGEN

Nicht nur die Steiermark wirkt ent­schleunigend, auch das Essen tut es. Die Christöphl-­Manufaktur stellt ihre Gerichte in Slow-­Food-­Manier her: Alles wird von Hand zubereitet, die Zutaten kommen aus der Region, aus nachhaltiger Produktion und Landwirtschaft. Und sind frei von Gluten, Konservierungsmitteln und künstlichen Aromen. Was gutes Essen ausmacht? „Es steht und fällt mit der hohen Qualität der Ursprungspro­dukte“, so Christöphl. Und mit dem Einfallsreichtum der Rezepte. Chili con Carne heißt hier Hirschchili und hat einen eindeutig steirischen Bei­geschmack: Statt Rindfleisch kommt Hirschfleisch ins Glas und wird mit Käferbohnen abgeschmeckt. Bei Gerichten wie Erdäpfelgulasch oder Paprikahendl hält sich die Manufaktur an die klassischen Rezepte. Beim Man­galitza-­Sugo beispielsweise tastet man sich heran, schmeckt ab und entschei­det gemeinsam, wie es munden soll. „Unsere Gerichte im Glas schmecken wie selbstgemacht“, sagt Markus Chri­stöphl über seine „Sprösslinge“, die es auch in vegetarischer und veganer Ausführung gibt.  

SOZIALE VERANTWORTUNG

Die Produkte der Manufaktur Christöphl werden in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Hartberg etikettiert, verpackt und versendet. Damit wird es Menschen mit Behinderungen ermöglicht, einer bedeutenden und würdevollen Arbeit nachzugehen.