Regionalität

Ei, Ei, da kommt das Wagerl. Ehrentraud Luger hält im niederösterreichischen Alpenvorland auf 3 Hektar 3.000 Hühner. Deren Eier aus Freilandhaltung gibt es wie in alten Zeiten bei MERKUR einzeln vom Leiterwagerl zu kaufen.

In Kirnberg an der Mank stehen die Leute mit den Hühnern auf. Natürlich nicht alle, aber sicher Ehrentraud Luger, die sich um 3.000 Freiland­hühner zu kümmern hat. Die rennen auf sagenhaften 3 Hektar im hügeligen niederösterreichischen Alpenvorland auf dem Bauernhof von Luger herum. Nicht immer weiß sie, wo sich die Tiere gerade aufhalten, so groß ist die Fläche. „Wir haben den Platz sowieso – und je mehr Auslauf die Tiere haben, desto besser“, sagt sie. Im Alter von 19 Jahren verliebte sich Ehrentraud Luger in Robert, den Jungbauern vom Hof, und zog hierher. 1982 übernahmen sie dann den insge­samt fast 20 Hektar großen landwirt­schaftlichen Betrieb mit Ackerbau, Wald und Tieren. Schon seit 1988 haben sie auch Hennen, seit 25 Jahren in Bodenhaltung, vor gut fünf Jahren wurde schließlich ganz auf Freiland­haltung umgestellt, die an strenge Kriterien geknüpft ist.

 

LICHT UND SCHATTEN

„Das Prinzip der Freilandhaltung ist extrem aufwändig, die Kontrollen sind streng“, erzählt Luger. So pflanzten die Lugers viele neue Bäume auf der großen Weidefläche, damit die Tiere ausreichend Schatten haben. Hühner, die in Freilandhaltung leben, müssen per Definition jeden Tag den Stall verlassen können und mindestens 8 Quadratmeter Freiland pro Tier zur Verfügung haben.

Seit dem Zeitpunkt der Umstellung auf Freilandhaltung werden die Eier der Hennen einzeln auf einem Eier­wagen in nahen MERKUR Märkten verkauft. Logistisch funktioniert das so: Der Familienbetrieb kümmert sich nicht nur um die Tiere, sondern ver­sieht die Eier bereits am Hof mit dem unverwechselbaren Herkunftsstempel, die Fläche hingegen ist an die Hagler Frischei GmbH verpachtet, die frische Eier aus der Gegend einsammelt, diese sortiert, und schließlich über kurze Distanzen in die Märkte bringt. Dort können die Eier dann eben auch ein­zeln von einem Leiterwagerl gekauft werden, auf dem das Konterfei von Ehrentraud Luger zu sehen ist. „Im Dirndlgwand“, scherzt sie, „auch wenn ich in dieser Montur eher selten zu den Hühnern geh.“

PFLEGE UND PFLICHT

Luger hat die Möglichkeiten, die der Hof der Familie bietet, über die Jahre lieben gelernt. Ihr gefällt die Tatsache, dass sie weitgehend Selbstversorger sind, sie mag es, die Felder und Wiesen zu pflegen, die sich auch für ihre Wan­derungen und Radtouren anbieten, und sie liebt natürlich den gewissen­haften Umgang mit den Tieren. Dabei hat sie durchaus einen wenig verklären­den Zugang zum bäuerlichen Leben: „Es muss getan werden, was getan werden muss“, sagt sie nüchtern. Schon nächstes Jahr soll diese Pflicht auf ein anderes Familienmitglied übergehen. Ehrentraud Luger überlegt, in Pension zu gehen, ihre 37-­jährige Tochter Ulrike wird über­nehmen. Das Ei hält sie für ein ganz besonderes Produkt. „Eier reifen nach. Sie ganz frisch, gleich nach dem Legen zu verzehren, ist eigentlich nicht ideal“, meint sie. Wie oft es bei ihr am Bauernhof schon Eierspeise gab, kann sie gar nicht sagen. Aber sie wird immer ohne Firlefanz serviert. „Die Zubereitung schafft sogar mein Mann“, scherzt sie.

SPIEGELEI-TOAST
mit weißen Bohnen

4 Personen

2 EL Olivenöl
1 Dose weiße Bohnen (abgetropft)
Salz
schwarzer Pfeffer
1 Spritzer Zitronensaft
1 EL Butter­schmalz
4 Eier
70 g Jungspinat (gewaschen)
4 Scheiben dunkles Brot (getoastet)

1. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und Bohnen darin sanft erwärmen. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken. Warm halten. Butterschmalz in einer zwei-ten Pfanne erhitzen. Eier bei mittlerer Hitze nebeneinander in die Pfanne schlagen und braten, bis das Eiweiß gestockt, das Eigelb aber noch flüssig ist. Kurz vor dem Servie-ren Spinat unter die Bohnen mischen. Je 1 Scheibe getoastetes Brot auf einen Teller legen, Bohnen darüber verteilen und mit je 1 Spiegelei belegen.

15min
Hobbykoch

GESCHÜTTELTES KRÄUTER EI IM GLAS
mit Honigkarotten

2 Gläser à 140 ml

1 – 2 EL gemischte Ja! Natürlich Kräuter (z.B. Dill, Schnittlauch, Petersilie)
4 frische Eier
Salz und Pfeffer
1 Bund Karotten mit Grün
2 EL Butter + etwas zum Buttern der Gläser
2 EL Honig

1. Gläser buttern. In einem Topf so viel Wasser zum Kochen bringen, dass die Gläser ⅔-hoch im Wasser stehen.

2. Kräuter sehr fein hacken. Eier, Kräuter (und nach Belieben 1 Schuss Milch), Salz und Pfeffer in die Gläser geben. Gläser fest verschließen und kräftig durchschütteln. Für 10 Min. in das Wasserbad geben.

3. Währenddessen die Karotten gut abbürsten oder schälen und das Grün auf ca. 5 cm kürzen. Karotten längs halbieren. In der Butter ca. 5 Min. dünsten. 100 ml Wasser angießen und weitere 5 Min. dünsten, bis das Wasser fast ganz verkocht ist. Honig unterrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Gemeinsam servieren.

15min
Hobbykoch